Ich wage mich hiermit als bisher „unsichtbares“ Mitglied erstmals aus der Deckung und möchte mit dem Blogbeitrag beweisen, dass es auch jenseits der Siegertreppchen Erfolge zu verzeichnen gilt. Aber eines nach dem anderen.
Alljährlich findet Mitte September in Eibenstock im Erzgebirge der Drei-Talsperren-Marathon (DTM) statt. Wie jedes Jahr auch in 2012 wieder gut besucht mit 1.300 Aktiven, wovon, wie ich, 490 Teilnehmer die 50 km MTB-Strecke in Angriff nahmen. Ein sehr schneller Kurs mit 1100 Hm auf 51,5 km, weniger technisch als der EBM Seiffen oder die Mad East Challenge. Dafür geht’s auf den Auersberg und der Termin Mitte September führt im Vogtland regelmäßig zu herbstlichen Rahmenbedingungen.
So auch dieses Jahr. Gegenüber dem letzten Wochenende Ponickau waren die Außentemperaturen ca. 15 Grad geringer! Zum Glück hatten sich alle Wetterportale schon Mitte der Woche dann doch gegen den Regen entschieden und die Temperaturen waren knapp zweistellig. Wenigstens was, wenn auch etwas Sonne schön gewesen wäre.
Ich habe den DTM schon einige Male absolviert. So kann mal
alljährlich den Vergleich zum Vorjahr ziehen. Naja, man wird aber halt nicht
jünger – deshalb stellt eigentlich das Halten des Status Quo schon einen Erfolg
da. Ausreden, wie Stress im Job oder Kinder gelten auch nicht, da dies den
meisten in der AK ähnlich geht, gleichwohl nutze ich sie gerne immer wieder.
Obwohl ich in den letzten Jahren auch mit mir zufrieden war, wollte ich dieses
Jahr dann doch mal einen Tick schneller als im Vorjahr sein. Auf dem Weg dahin
sammelte ich auch einige Kilometer in diesem Jahr auf dem Rennrad: Mit Uwe L.
im Frühjahr in den Vogesen, bei RTF’s (Hartha, Freiberg, Sächsische Zeitung –
bei beiden letztgenannten im Übrigen als einziger Picardellic!) oder bei den
MTB-Kurzstrecken in Seiffen oder beim MEC, bei denen ich ja jeweils mit Martin
im Startblock stand. Zusätzlich sollte es neue Technik richten. So erfolgte der
Umstieg auf größere Räder – daneben wirkt das RR jetzt immer klein – und mit
dem Carbon-Hardtail auch eine Gewichtsersparnis, wenn es schon mit der Diät in
diesem Jahr mal wieder nicht klappte!
Leider passten der gefühlte Formhöhepunkt und der Termin in
Eibenstock nicht ganz zusammen – zumindest so mein Bauchgefühl, trotzdem
sortierte ich mich im Startblock zur Sicherheit schon mal etwas weiter vorn.
Obwohl auch bei großer Starterzahl „Seiffener Verhältnisse“ noch nicht
eintraten – nur zur Info für unsere Racer, die immer von vorn fahren: wenn man
in Seiffen schon aus Block 3 und mit gefühlten 1.100 Starter vor sich losfährt,
wäre selbst bei einer Topform wenig zu reißen – Martin und TomTom wissen was
ich meine. Aber zurück zu Eibenstock. Vorne einsortiert spart aber trotzdem
Kräfte, da kurz nach dem Start eine 6 km lange Steigung folgt, bei der man
sonst laufend bremsen und beschleunigen müsste, um die noch langsameren zu
überholen – Körner, die ich mir lieber sparen wollte. So fuhr ich also vom
Start in einem größeren Feld mit ähnlicher Geschwindigkeit. Die Pulsuhr fiel
kurz nach dem Start aus, aber auch ohne lag ich nach kurzem im SB bei ca. 92%
MaxPuls und blieb da. Im Steilanstieg am Auersberg konnte ich die Räder um mich
herum genauer inspizieren – leider musste ich feststellen, dass der gefühlte
Vorteil des neues MTB bei Nichtanschaffung zum Nachteil gereicht wäre, da die
Mehrzahl der Starter auf genau solchen Rädern unterwegs war. Schön auch das
2013 Modell meines Flash schon mal aus der Nähe gesehen zu haben… Die etwas
technische Abfahrt war schnell vorbei und so auch eine meiner Schwachstellen,
da mir oft die am Anstieg Überholten beim „schmerzfreien“ Abfahren dann wieder
davon ziehen. Die restliche Strecke ging wie immer super schnell weiter, selbst
Angsthasen wie ich hatten auf den Schotterpisten 60 km/h drauf. Die letzten
Kilometer geht’s dann nochmal steil bergauf. Hier rächte sich mein hohes
Anfangstempo und ich bekam (mal wieder Krämpfe) und musste so etwas rausnehmen.
Da ich mit diesen Gefühlen nicht der einzige in meiner Gewichtsklasse war,
wurden auch die anderen langsamer und die letzten Meter vor dem Ziel konnte ich
so sogar noch einige Fahrer überholen. Im Zielbereich gab es sogar mal Jubel
von meiner mit angereisten Familie, die sich insbesondere um die in diesem Jahr
stark verkürzte Wartezeit freute. Eigentlich wollte ich eine Top-100
Platzierung erreichen, dies habe ich mit ca. 7 min verpasst. Wenn man aber
beachtet, dass Gesamtplatz 165 von 489 Starten (AK 42 von 131) und damit eine
für mich beachtliche Steigerung zum Vorjahr (2011 Gesamtplatz 304 und ca. 18
min langsamer, was auch der Region der Vorjahre entsprach) rauskam, bin ich mit
mir sehr zufrieden. Schnitt über 23 km/h, für MTB beachtlich - naja, bei den
Rädern.
Auch wenn weitere Leistungssteigerungen aufgrund der
begrenzten zeitlichen Rahmenbedingungen und des weniger ausgeprägten Talents
sicher nicht so ohne weiteres möglich sind, reicht mir das Ergebnis als Ansporn
weiter an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Im Freundeskreis schütteln einige
den Kopf, warum man so was macht, obwohl man immer Hinten fährt. Bei mir geht’s
es aber immer „nur“ um den Kampf und Sieg gegen den eigenen Schweinehund und
das Erlebnis, die Ziellinie zu überfahren. Der Platz ist da Nebensache. Ein
positiver Nebeneffekt für die Racer tritt im Übrigen auch ein. Nur wenn die
Starterfelder durch Volkssportler wie mich aufgefüllt werden, rechnen sich
solche Veranstaltungen. Habe ich erlebt, als die sehr tolle
Jedermann-MTB-Rennserie in Thüringen immer weniger Teilnehmer hatte und
schließlich vor 2 Jahren eingestellt wurde.
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Grüße
Thomas